Ein veganer Rotwein aus dem Norden Mallorcas
Cabernet Sauvignon 2024 von BODEGAS CA N'TINA

Im Mai habe ich euch die beiden Rosados von BODEGAS CA N'TINA vorgestellt. Pünktlich zum Herbst bringt das 2024 auf Mallorca gegründete Weingut seinen ersten reinsortigen Cabernet Sauvignon heraus. Ich habe den Jahrgang 2024 probiert und erzähle euch, warum bei mir sofort das Kopfkino losging, als ich ihn probiert habe und welche Gerichte ich dazu servieren würde.
CW: Alkohol, Wein
Vom Rosé-Sommer in die Rotwein-Saison
Draußen färben sich die Blätter, die Abende werden kürzer, und meine Lust auf leichte, eisgekühlte Weine verabschiedet sich langsam in die Winterpause. Jetzt ist die Zeit für Rotwein, der etwas mehr Körper hat und zu einem gemütlichen, ausgedehnten Abendessen passt.
Cabernet Sauvignon gehört zu den bekanntesten Rotweinsorten der Welt. Ursprünglich stammt die Rebe aus Bordeaux, heute wächst sie in fast allen Weinregionen, von Kalifornien bis Chile. Gerade weil sie so verbreitet ist, finde ich es spannend zu sehen, was ein bestimmter Ort aus ihr macht. Bei Mallorca denken viele zuerst an Strand und Urlaub. Dass die Insel eine lange Weinbautradition hat und heute ernstzunehmende Rotweine hervorbringt, haben viele nicht auf dem Schirm. Der Cabernet Sauvignon von BODEGAS CA N'TINA ist ein gutes Beispiel dafür.
María de la Salut im Norden von Mallorca
Die Trauben für diesen Wein wachsen auf einer Einzelparzelle in María de la Salut, einem kleinen Ort im Norden der Insel. Der Boden besteht aus Kalkstein, der von Lehm und Sand durchsetzt ist. Der Kalk speichert Wasser und hilft den Reben durch trockene Sommer, der Lehm gibt dem Wein Körper, und der Sand trägt zu weichen Tanninen bei.
Tagsüber brennt die mediterrane Sonne auf die Reben, nachts kühlt es spürbar ab. Diese Temperaturschwankungen lassen die Trauben langsam reifen, wodurch sie ihre Frische bewahren. Dazu kommen die Winde aus dem Tramuntana-Gebirge, die über die Lage wehen und dem Wein seinen eigenen Charakter verleihen.
Das Team von BODEGAS CA N’TINA bewirtschaftet den Weinberg nach den Prinzipien des ökologischen Weinbaus. Die Reben wachsen in Cordon-Erziehung am Spalier. Gelesen wird selektiv von Hand. So landen nur die Trauben im Keller, die wirklich reif und gesund sind.

Viel Zeit im Fass und in der Flasche
Als ich mich mit den Hintergründen beschäftigt habe, hat mich vor allem die Geduld, mit der dieser Wein entstanden ist, sehr beeindruckt. Nach der veganen Vinifizierung reift er zwölf Monate im Barrique. Danach bleibt er noch einmal zehn Monate in der Flasche liegen, bevor er in den Verkauf geht. Fast zwei Jahre vergehen also zwischen Lese und eurem Glas.
Das Holzfass verleiht dem Cabernet Sauvignon Würze und Struktur. Die anschließende Flaschenreife lässt alles zusammenwachsen. Das sorgt dafür, dass sich Frucht und Holz die Waage halten.
So hat mir der Cabernet Sauvignon 2024 geschmeckt
Beim Einschenken funkelt euch ein tiefes Rubinrot entgegen, das am Rand ins Granatrote übergeht. Der Wein ist klar und leuchtet im Glas regelrecht.
Als ich das erste Mal daran gerochen habe, hatte ich sofort eine spätsommerliche Blumenwiese vor Augen, kurz bevor das Gras gemäht wird. Dahinter kamen dunkle Beeren, vor allem Brombeeren, schwarze Johannisbeeren und auch reife Kirschen, zum Vorschein. Wenn ihr ihn auch probiert, berichte gerne mal, ob es euch ähnlich ging: Je länger der Wein im Glas steht, desto mehr kann man den Herbst spüren. Ich musste an feuchtes Laub denken, an einen Spaziergang im Oktober, dazu ein Hauch Hölzer und Tabak. Das Weingut selbst beschreibt außerdem mediterrane Kräuter und dunkle Schokolade. Beides macht sich später bemerkbar, wenn der Wein etwas Luft bekommen hat, jedoch nicht erst am Boden des Glases.
Am Gaumen ist der Wein trocken, samtig und vollmundig. Er füllt den Mund aus, ist aber nicht schwer. Die mallorquinische Sonne hat dafür gesorgt, dass er nicht zu herb ist. Er bringt dennoch alles mit, was ein Rotwein zu bieten haben sollte. Die Tannine sind fein und rau und reizen genau an den Stellen, wo man es sich wünscht. Die Säure hält den Cabernet Sauvignon lebendig. Die dunkle Frucht bleibt die ganze Zeit präsent, das Barrique bringt leichte Röstnoten mit, überdeckt sie aber nicht. Er hallt nach und ihr könnt seinen angenehm würzigen Geschmack noch lange erahnen.
Der Wein lädt zum Genießen ein und regt die Fantasie an. Beim Trinken könnt ihr die Gedanken wandern lassen und bei jedem Schluck etwas Neues entdecken.
Tipp: Zu so einem Abend gehört für mich auch Musik. Ich würde etwas Atmosphärisches auflegen, zum Beispiel ein Post-Rock-Album mit langen Spannungsbögen, das sich genauso viel Zeit lässt wie der Cabernet Sauvignon im Glas.

Cabernet Sauvignon: Passende Pairings
BODEGAS CA N'TINA empfiehlt euch gebratene Kräuterseitlinge mit feiner Polenta und einer kräftigen Rotwein-Schalotten-Sauce. Das klingt für mich nach einem perfekten Herbstessen, und die Pilze passen hervorragend zur Würze des Weins.
Ich kann mir den Cabernet Sauvignon außerdem gut zu einem Pilzragout mit Kartoffelpüree vorstellen, zu im Ofen geröstetem Kürbis mit Maronen oder zu einem Seitanbraten mit Rotkohl, wenn es auf die Feiertage zugeht. Auch geschmorte Auberginen mit Tomaten und Rosmarin würde ich dazu ausprobieren, weil die mediterranen Kräuter im Wein dort ein Echo finden.
Tipp: Trinkt euren Cabernet Sauvignon 2024 von BODEGAS CA N’TINA bei 16 bis 18 °C. Wenn ihr die Flasche bei euch im kühlen Keller lagert, holt sie am besten ein bis zwei Stunden vorher heraus. Ich würde den Wein außerdem schon vor dem Essen öffnen, damit er etwas Luft bekommt.

Bio und vegan: Zwei Fragen beim Weinkauf
Viele denken, ein Bio-Wein sei automatisch vegan. Das stimmt leider nicht. Das Bio-Siegel regelt vor allem, wie im Weinberg gearbeitet wird, also etwa den Verzicht auf synthetische Pflanzenschutzmittel. Ob bei der Klärung im Keller tierische Hilfsmittel eingesetzt werden, ist damit nicht beantwortet. Umgekehrt sagt ein veganer Wein nichts darüber aus, wie die Trauben angebaut wurden.
Welche tierischen Stoffe bei der Weinherstellung zum Einsatz kommen können und woran ihr vegane Weine erkennt, habe ich unter anderem in meinem Artikel über die Rosados von BODEGAS CA N'TINA ausführlich beschrieben.
Wenn euch beides wichtig ist, lohnt es sich, gezielt nach Weingütern zu suchen, die ökologisch arbeiten und vegan vinifizieren. Die gute Nachricht lautet: BODEGAS CA N'TINA gehört dazu. Bei kleinen Betrieben bekommt ihr außerdem meistens eine ehrliche Antwort, wenn ihr direkt nachfragt.
Fakten zum Cabernet Sauvignon 2024
- Jahrgang: 2024
- Appellation: Vi de la Terra Mallorca
- Rebsorte: 100 % Cabernet Sauvignon
- Lage: Einzelparzelle in Maria de la Salut, Mallorca
- Boden: Lehm, Sand und Kalkstein
- Anbau: nach den Prinzipien des ökologischen Weinbaus
- Lese: selektive Handlese
- Ausbau: 12 Monate im Barrique, danach 10 Monate Flaschenreife
- Vinifizierung: vegan
- Alkohol: 13 % vol.
- Restzucker: 1,6 g/l
- Säure: 5,3 g/l
- Trinktemperatur: 16 bis 18 °C
- Preis: 32,50 Euro (UVP)

Wer ist BODEGAS CA N'TINA?
Die Hamburger Unternehmerin Dr. Tina Ingwersen-Matthiesen gründete das Weingut BODEGAS CA N'TINA 2024. Seitdem entstehen im Norden Mallorcas auf 2,6 Hektar Weine, die mallorquinische Lebensfreude und hanseatische Coolness verbinden. Alle Weine entstehen nach ökologischen Prinzipien und werden vegan ausgebaut.
Zum Sortiment gehören die Weißweine Macabeo-Sauvignon Blanc und Chardonnay, die beiden Rosados aus Syrah und Monastrell sowie zwei Rotweine aus Monastrell und Cabernet Sauvignon. Bestellen könnt ihr direkt im Onlineshop 1 des Weinguts, die Lieferung dauert zwei bis vier Tage.
Fazit
Mit dem Cabernet Sauvignon 2024 zeigt BODEGAS CA N'TINA, dass eine internationale Rebsorte auf Mallorca einen ganz eigenen Ausdruck findet. Der Wein spricht seine persönliche Sprache, ist samtig und vollmundig. Mich hat er auf eine kleine Reise geschickt und mir eine neue Perspektive auf die Winterzeit eröffnet. Mein Tipp: Wenn ihr einen besonderen veganen Rotwein für die kühle Jahreszeit sucht, probiert ihn mal.

Fußnote
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