"A Hymn Without A Sound" von The Morning Stars
Welten, die gefühlt schon immer zusammengehören
Review von Anne
26.01.2026 — Lesezeit: 3 min

The Morning Stars aus Berlin haben am 16. Januar ihr Debütalbum "A Hymn Without A Sound" veröffentlicht. Die Platte ist ein perlendes und anregendes musikalisches Erlebnis, das zahlreiche große Überraschungen mitbringt. So können sich unter anderem Fans von Kante und Kreidler freuen.
Ja, es ist eine neue Supergroup am Berliner Indie-Himmel aufgegangen. The Morning Stars holen uns genau da ab, wo die Enden von Hauptstadt-Indie ausfaden und die Post-Music-Welle uns mit einem heftigen Schwappen davonträgt.
Das Projekt entstand aus einem Geburtstagsauftritt für einen gemeinsamen guten Freund. Barbara Morgenstern, Alex Paulick (Kreidler, Coloma), Sebastian Vogel (Kante, Britta) und Felix Müller-Wrobel (Kante, Sport) harmonierten beim ersten gemeinsamen Musizieren so gut, dass sie doch glatt vereint blieben. Was für eine fantastische Idee! Gemeinsam sorgen sie für das, was uns musikalisch im Moment gefehlt hat. Ihre gefühlvollen Songs machen Hoffnung, laden zum Nachdenken ein und fordern die Hörer*innen heraus, sich mal wieder auf etwas Neues einzulassen. Denn genau das ist "A Hymn Without A Sound": Keineswegs ein Zusammenschluss der Mitglieder verschiedener Projekte und deren Verschmelzung, sondern vielmehr das Erkunden gemeinsamer neuer Ideen. Hier werden keine wohlbekannten Pfade ausgetreten, sondern neue Spuren in unberührter Erde hinterlassen.
Klingt gut, oder? Ist es auch! Ihr könnt direkt reinhören und ein Video gibt es auch schon. Der zweite Song auf der Platte trägt den Namen "Can’t Stand Up". Er sorgte schon als Vorauskopplung für Applaus:
The Morning Stars – "Can't Stand Up"
Die Basis für dieses Highlight des Albums legt der Opener "One Of The Doors", der direkt fröhlich, neugierig und verspielt rüberkommt und so richtig Lust auf mehr von dieser Band macht. Der Duettgesang sorgt für Harmonie und macht Laune.
Insgesamt zeigt das Album seine Stärke vor allem auch mit seinen ruhigeren Momenten. Tracks wie "Silent Horizon" und "Fading Lights" lassen Spielraum für Reflexion. Dabei driften sie jedoch niemals zu doll ins Melancholische ab. Das Gesamtklangbild ist vielseitig, räumlich und emotional.
Barbara Morgensterns und Alex Paulicks Stimmen verbinden sich immer wieder zu harmonischen Schichten, verstärken die Melodien und tragen die Texte mit ihrer wunderbaren Leichtigkeit. Elektronische Anflüge wechseln sich mit instrumentalen Räumen (diese Gitarren!) ab. Zarte Piano-Sounds bringen Atmosphäre und Tiefe, und hier und da sorgen Streicher und Synths für Schwerelosigkeit.
Tiefe und Schwerelosigkeit

Die Percussion ist perfekt arrangiert, spielt jedoch nicht im Vordergrund, sondern bildet eine sanfte Basis, die dennoch Spannung erzeugt. Ausgewählte Soundeffekte verstärken diese Kinoatmosphäre (wann Filmmusik von dieser Band? 😍) noch. Der Bass ist melodisch und wunderbar anwesend. Gefühlt nicht "nur" Teil der Rhythmusgruppe, sondern stellenweise tonangebend und schön gesprächig.
Was cool ist: die Begegnung von elektronischem Minimalismus und Indie-Pop-Strukturen. Damit verbinden The Morning Stars auch hier wieder Welten miteinander, die gefühlt schon immer zusammengehören. Beim Hören groovt man mit und fühlt direkt, wie man sich wünscht, wie es weitergeht, und dann trifft es auch so ein (hach). Trotzdem ist nichts zu eingängig. Auf die kleinen, prickelnden Überraschungen braucht man nicht zu verzichten. Sie präsentieren sich alle paar Takte und sorgen für Gänsehautmomente.
Auch live versprechen The Mornings Stars, für fesselnde Erlebnisse zu sorgen. Die ersten Glücklichen durften bereits Shows erleben und offenbar sorgte die Band für verbindende und glückliche Momente. Wir sollten uns also definitiv nicht nur nach Tonträgern, sondern auch nach Tickets umsehen!



