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    "The Next Girl"

    Preisgekrönten veganen Kurzfilm jetzt streamen!

    Filmtipp von Anne
    09.01.2024 — Lesezeit: 3 min
    "The Next Girl"
    Bild/Picture: © VKind Immersive Experience

    Der preisgekrönte Kurzfilm, der im Herbst 2023 beim ersten immersiven veganen Event1 zu sehen war, ist ab sofort kostenlos verfügbar. In diesem Artikel erzähle ich Euch alle Hintergründe dazu. Anschließend könnt Ihr ihn hier direkt an Ort und Stelle streamen.

    TW: Sexuelle und körperliche Gewalt, Geburt, Trennung, Schmerzen, Trauer

    Nicht ohne Grund erhielt der von Vkind Studios produzierte Film zahlreiche Awards (u. a. Best Indie Short beim Cannes World Film Festival, Best Short Film bei Carpe Diem und Best Short Film beim Better Earth International Film Festival). "The Next Girl" hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

    Der Kurzfilm spielt in einer dystopischen Welt, in der junge Frauen versklavt und dazu gezwungen werden, ihr Leben in körperlicher Abhängigkeit zu führen. Sie werden genötigt, Kinder zu gebären, von denen sie anschließend getrennt werden. Die Kinder wachsen in Isolation auf und durchleben denselben grausamen Kreislauf, wie ihre Mütter. Die Analogie zur Milchwirtschaft wird von Minute zu Minute klarer und die Skrupellosigkeit geht einem beim Zuschauen durch Mark und Bein.

    Eine Analogie zur Milchindustrie

    Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Schauspielerin Jamie Logan ("Pet Shop Days", "A Larp's Tale"). Sie spielt eine junge Frau, die sich an den immer schwächer werdenden Erinnerungen an ihre Mutter festhält, an die sie sich kaum noch erinnern kann. Dennoch drehen sich ihre Träume, die sie durch die Dunkelheit ihres Daseins begleiten, immer wieder um sie.

    Irgendwann wird die Protagonistin selbst Mutter. Als sie ihr Kind an sich drückt, wird sie von Gefühlen überflutet – Liebe, Verbundenheit und Unsicherheit. In diesem Moment wird auch sie Teil des traurigen Schicksals, dem sich alle weiblichen Wesen im Film stellen müssen: Sie wird dazu gezwungen, dem Baby ein Amulett um den Hals zu legen. Auch sie muss Ihr Kind abgeben. Es wird getrennt von seiner Mutter leben.

    Die Regisseurin Terrah Bennet Smith und die Drehbuchautorin und ausführende Produzentin Lisa DeCrescente wollen mit ihrem Kurzfilm eine Welt aufzeigen, die viel zu oft ignoriert und missverstanden wird. Den meisten von uns bleibt sie durch Verdrängung und ein perfides Zusammenspiel aus Werbung und die unüberwindbaren Mauern der Tierindustrie verborgen.

    "Warum sehen wir das Leid nicht?"

    Lisa wollte laut eigener Aussage der Frage auf die Spur gehen, warum Menschen sich immer wieder selbst im Weg stehen, wenn es darum geht, die Wahrheit zu erfahren und Aufklärung anzunehmen. Ihr Ziel war es, den Zuschauer*innen des Films einen Einblick in eine Welt zu gewähren, die sie nicht wahrhaben möchten und über die sie viel zu wenig informiert sind. Sie möchte dies tun, indem sie die Psyche der Menschen durchdringt und ihre Entscheidungen beeinflusst – durch Ergriffenheit zum Beispiel.

    Die ausführende Produzentin von "The Next Girl" Star Simmons unterstreicht die Wichtigkeit des Dialogs in diese Richtung:

    "Die Diskussionen, die ich rund um den Film herum geführt habe, haben mir bestätigt, dass die Menschen eine Perspektive zu schätzen wissen, die ihnen sonst möglicherweise entgangen wäre."

    "The Next Girl" ist kurz gesagt ein Augenöffner. Er stellt die Verbindung her zwischen uns Menschen und unserem Leben und den Tieren und wie wir mit ihnen umgehen. Star sieht das so:

    "Ein offener Dialog ist das beste Szenario, das wir uns erhoffen können unter denen, die dazu bereit sind, sich zu engagieren. Hier liegt der richtige Pfad und unser Film legt das Fundament dafür."2

    Unterdrückung in Mitgefühl verwandeln – das war das Herausforderung der Produktion; und wie es aussieht, geht das Konzept auf. Das Leid und die Ungerechtigkeit im Film sind etwas, mit dem sich die Zuschauer*innen auf allen Ebenen identifizieren können. Die grausame Realität liegt offen vor ihnen.

    "Wir müssen aufhören, Unterschiede zu machen

    Star Simmons hat die Geschichte von Anfang an so angelegt, dass sie den Zuschauer*innen einen Visuellen Zugang bietet. Er lädt dazu ein, sich intellektuell, physisch, psychologisch und emotional mit dem großen Leid und der Ungerechtigkeit auseinanderzusetzen, die wir in unserer Gesellschaft heute unterstützen. Für die Filmemacherin ist das die eigentliche Definition einer Dystopie.

    "Wir haben den Film mitten im Sommer in Tucson, Arizona gedreht. Die Temperaturen gingen in diesen Tagen bis 48 Grad hoch und es gab in dem alten Schlachthaus, in dem wir gedreht haben, keine Klimaanlage – außer im Büro. Aer was unser Team dort erlebt hat, ist nichts im Vergleich zu den Qualen, die andere Lebewesen jeden Tag durchmachen",

    erzählte sie gegenüber der Presse. Für sie ist der Kurzfilm ein Aufruf, sich zu engagieren:

    "Unsere Gemeinschaft muss das Problem endlich bei der Wurzel packen: den unterdrückenden Geist. Besinnen wir uns auf die Opfer, werden wir anfällig für die Kritik aus der übrigen Welt. Indem wir zwischen Menschen, Tieren und Haustieren unterscheiden, gefährden wir unsere Botschaft. Er lädt dazu ein, einen Unterschied in eine Gleichung zu bringen, den es in Wirklichkeit nicht gibt."

    "The Next Girl"

    Bild/Picture: VKind Experience

    1. VKind Immersive Experience
    2. Veg News: "The Next Girl"

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