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    Playlist Mai 2023

    Von Breaths bis Wes Borland

    Beitrag von Anne
    28.04.2023 — Lesezeit: 7 min
    Playlist Mai 2023

    Im Mai geht es los! Die Festival-Saison startet! Seid Ihr dabei? Bei mir klappt es voraussichtlich dieses Mal erst im Juli mit dem ersten Open Air und ich freue mich jetzt schon sehr drauf! Jede Menge gute Musik, die es dort auf die Ohren geben wird, steht jetzt schon bereit. Genießt die Playlist für den Mai und Eure Vorfreude!

    Gemeinsam mit meinen beiden Lieblings-Musikfans Matze und Valentin habe ich diesen Monat wieder 13 Songs für Euch selektiert. Die fertigen Listen für iTunes und Spotify gibt es dann wie immer unter dem Artikel. Dann tanzt mal schön beschwingt in den Mai!

    The Ocean – "Sea of Reeds" Vorauskopplung vom Album "Holocene"

    Los geht es mit diesem Juwel von Matzes Liste, das es auch mir besonders angetan hat. Hier sind Matzes Worte dazu:

    "Ich freue mich sehr auf das neue The Ocean Album. Der erste Eindruck, den man von den beiden Vorauskopplungen gewinnt, ist spannend. Offensichtlich hat sich ihr Sound weiterentwickelt. Man hört eine elektronische und eine fast schon orchestrale Ebene durch, etwas, dass sie zuvor nur in Interludes und eigenständigen Stücken ausgelebt hatte. Gleichzeitig geben sie natürlich ihre Härte nicht auf. Aktuell ist 'Holocene' ein heisser Kandidat für das Album des Jahres, noch bevor es herauskommt."

    Ihr neues Album "Holocene" haben The Ocean für Mai angekündigt

    Six Days Of Calm feat. circle&wind – "Sorrow" (Single)

    Vor Kurzem meldete sich Marc von Six Days Of Calm bei mir mit einer großartigen Nachricht: "Ich habe zwei neue Songs fertig! Möchtest Du sie hören?" Ja und ob ich sie hören möchte! Und zwar immer wieder, denn "Sorrow" und "Uncertainty" klingen wirklich großartig und machen Lust auf mehr! Marc befindet sich gerade der kreativen Schreibphase, daher besteht Hoffnung, dass es bald noch ein paar weitere Songs geben wird. Oder vielleicht sogar ein kompletter, neuer Longplayer? An dieser Stelle teile ich "Sorrow" mit Euch. Der nachdenkliche Post-Rock-Song beginnt mit einem düsteren, langsamen Intro, in das sich nach und nach gefühlvolle Streicher und die wunderbare Stimme von circle&wind Sängerin Viola Petsch mischen. Ein ergreifendes Stück Musik, das Kummer, Gedankenschleifen und düstere Stimmung gekonnt in Noten übersetzt. Schaut Euch unbedingt das zauberhafte Video zum Stück an – es unterstreicht den Song mit seiner dramatischen Bildsprache einfach perfekt und auch Marcs Liebe zum Meer spielt darin wieder eine Rolle. Das zweite Stück "Uncertainty" könnt Ihr Euch anschließend auch direkt anhören.

    Mein Interview mit Marc von Six Days Of Calm könnt Ihr hier lesen.

    Wes Borland – "Walking the Great Ring" vom Album "Mutiny on the Starbage"

    Weiter geht es mit einem Song, den Valentin für Euch gepickt hat. Ein echter Geheimtipp!

    "Wes Borland kennt man hauptsächlich durch Limp Bizkit. Musikalisch hat er sich über die Jahre stark weiterentwickelt. Seine Alben mit Black Light Burns (ursprünglich eine Superband mit Danny Lohner von Nine Inch Nails, Josh Eustis von Telefon Tel Aviv und Josh Freese u.a. von A Perfect Circle) sowie seine Soloaufnahmen sind sehr empfehlenswert. Ich habe den Track 'Walking the Great Ring' ausgewählt, den er zusammen mit seinem Bruder Scott aufgenommen hat, wie ein paar seiner Stücke. Allerdings ist es bei seinen Solo-Sachen ziemlich schwierig, einzelne Songs auszuwählen. Daher: Wenn Ihr auf Instrumentalstücke von Trent Reznor und Atticus Ross oder Aphex Twin steht, hört Euch die ganze Platte an. Nach 'Crystal Machete' von 2016 und 'The Astral Hand' von 2020 ist 'Mutiny on the Starbage' bereits das dritte Soloalbum. Btw: Wusstet Ihr das Wes die durchaus beeindruckende Cover Art zu seinen Platten stets selbst gestaltet?"

    Empire State Bastard – "Harvest" (Single)

    Und noch ein Geheimtipp, dieses Mal aus Matzes Plattenkiste.

    "Mike Vennart ist einer meiner Lieblingsmusiker. Leider ist es bezeichnend für die Musikindustrie, dass eine so geniale Band wie Oceansize oder sein Soloprojekt Vennart nicht für ein ausreichendes Einkommen sorgen. Das führte allerdings zum Glück auch dazu, dass der die Biffy Clyro als Tourgitarrist bereichert. Mit ESB, Mikes Kooperation mit Biffy Sänger Simon Neil, zeigt er dass die Zahl seiner Projekte seiner Kreativität nichts anhaben kann. Nun sind die beiden sogar gemeinsam auf Tour – und ich warte auf ihr noch nicht angekündigtes Album."

    Heart of a Coward – "This Place Only Brings Death" (Single)

    Wenn Valentin seinen Musikschrank öffnet, kommen immer wieder spektakuläre Projekte herausgepurzelt, die von denen ich noch nichts gehört habe. Eines davon ist dieses hier:

    "Metalcore gibt es von mir diesen Monat von Heart of a Coward aus Milton Keynes in England, die sich mit ihrer neuen Single "This Place Only Brings Death" zurückmelden. Das letzte Album "The Disconnect" ist von 2019. Allerdings soll das neue, inzwischen fünfte wohl schon im Kasten sein. Der Metal- und Deathcore der Jungs beeindruckt besonders, weil auch gerne mal etwas Djent untergemischt wird.

    Kurz und knapp: wenn Ihr mal wieder so richtig auf die Fresse wollt (natürlich im musikalischen und positiven Sinne), bekommt ihr es hier!"

    Puscifer – "Apocaylptical" (Re-Imagined by Reznor & Ross) vom Album "Existential Reckoning" (Re-Wired)

    Matze hat eine spannende Beobachtung gemacht:

    Ohne es überprüft zu haben, glaube ich, dass wir Trent Reznor und Atticus Ross bisher am häufigsten in unseren Playlists erwähnt haben. Ihr Output ist unglaublich und immer ein sicherer Pick für die Bestenliste. Diesmal ist es eine elfminütige Appearance auf Existential Reckoning (Re-Wired), dem Puscifer Remix-Album. Das discotaugliche Stück erweitert das Original um typische, elektronische NIN Beats. Das ganze wirkst so hypnotisierend, dass man das Stück eigentlich nicht mit dem mandalaartigen Video ansehen sollte. Oder vielleicht gerade doch?

    MY-HI – "Phaser" (Single)

    Brighton ist musikalisch eine echte Hochburg. Gerade erreichte mich die neueste, äußerst erquickende Single der dort beheimateten Alternative-Band MY-HI. Das Stück mit dem Namen "Phaser" haben die vier mit Alex Gordon (The Cure, Blood Red Shoes, The Xcerts) in den Brighton Electric Studios aufgenommen. Lyrisch beschäftigen sie sich darin mit gesellschaftlichem Druck und der konstanten Muss, zu funktionieren, aus der Menge hervorzustechen und die beste Version von sich selbst zu sein.

    Daniel Veal, Sänger und Texter der Band berichtet dazu:

    "In einer Landschaft, die mit endlosen finanziellen Hürden, prahlerischen Angeber⋆innen und vagen, unerreichbaren Klischees übersät ist, kann man sich leicht verlieren, vergleichen und sich selbst und seinen Ehrgeiz verlieren. Ich habe den Text mit Selbstakzeptanz und einer Prise Dringlichkeit angereichert und dem Ganzen einen gesunden Schuss kopfüber ins Unbekannte, ohne sich zu entschuldigen hinzugefügt. Unser Gehirn habe ich mir immer wie diese Phaser-Maschine vorgestellt. Eine Maschine, die sich selbst manipulieren kann, um sich jeder Situation anzupassen, in der wir uns befinden, selbst wenn wir uns manchmal teilweise nicht sicher sind, wer wir sind. Möglicherweise ist das Stück eine zurückhaltende Identitätskrise, aber aus einem Blickwinkel von 'es ist normal, sich völlig von seinem eigenen Selbst zu entfremden'. Du bist ein Phaser, ja, das bist du!"

    Hört rein, MY-HI haben diese turbulente Geschichte wirklich perfekt vertont!

    Eamon McGrath & The Hills Mover – "Rovijn"

    Hinter diesem Projekt steckt kein Geringerer, als Grégoire von Thot! Nachdem sie fast ein Jahrzehnt lang geplant hatten, gemeinsam Musik zu schreiben und aufzunehmen, fanden sich die Freunde und Kollegen Eamon McGrath und Grégoire Fray (alias The Hills Mover) im Herbst 2022 in Brüssel wieder. Ihre aus vier Songs bestehende EP ist ein Andenken an eine Reise durch ihre rastlose, von der Straße getragene Welt. Inspirieren ließen sich die beiden von den Erinnerungen an Menschen, die sich in ihre Herzen eingearbeitet haben.

    Die komplette EP von Eamon McGrath & The Hills Mover ist seit gestern bei Spotify & Co. zu finden. Die Musik lässt sich wohl am ehesten als die verspielte, ruhige Version von Thots Sounds beschreiben – ich kann gerade nicht mehr aufhören, mir die Platte anzuhören. Wenn es Euch auch so geht, könnt Ihr die Band bei den folgenden Gelegenheiten live sehen:

    • 01.05. Silly (BE) - Initiales CD
    • 03.05. Antwerpen (BE) - Borger Bottles
    • 04.05. Brussels (BE) - Kfk Hope
    • 05.05. Sankt Wendel (DE) - JJ’s Pub
    • 06.05. Luxembourg (LUS) - Bar Vantage
    • 07.05. Celle (DE) - Morlock
    • 08.05. Wałbrzych (PL) - A Propos Klub
    • 09.05. Kraków(PL)- TU i Ówdzie
    • 10.05. Prague (CZ) - Unijzazz
    • 11.05. Berlin (DE) - Artliners

    Krooked Tongue – "Backseat Therapy" vom der EP "Deathproof"

    Die Bristoler Indie-Band Krooked Tongue startet gerade ihre UK-Tournee und präsentiert dabei ihre gerade frisch erschienene EP "Deathproof. Diese folgt dicht auf ihr Debüt "No Vacancy Hotel" sowie das ebenfalls erschienene Werk "When the Beaches bleed". Das Stück füge ich Euch unten zu den Playlists, damit die Band darin auch vertreten ist. An dieser Stelle möchte ich gerne den Opener der EP "Backseat Therapy" mit Euch teilen, zu dem es (noch) kein Video gibt. Der Song hat mich persönlich ganz besonders beeindruckt und mich mit seinen Textzeilen samt dem wunderbar entspannten und zugleich packenden Sound in eine unbeschwerte (Festival-)Zeit vor Pandemien und multiplen Krisen zurückversetzt. Ich will mehr davon!

    Hier könnt Ihr mein Interview mit Krooked Tongue lesen.

    Breaths – "Still in Dreams" (Vorauskopplung vom Album "Floruit")

    Breaths Gründer Jason habe ich Euch hier vor einiger Zeit im Interview vorgestellt. Damals habe ich mich mit dem Musiker über die Tatsache unterhalten, dass harte Musik und Veganismus vieles gemeinsam haben. Jetzt hat der Multiinstrumentalist aus Virginia sein neues Album fertig, das er für den 21. Juli angekündigt hat. Ich darf Euch nur so viel verraten: Das Album ist eine echte Delikatesse. Ihr dürft Euch den Tag also auf jeden Fall schon mal rot im Kalender markieren! Den ersten Vorgeschmack in Form der Vorauskopplung "Still in Dreams" teile ich an dieser Stelle schon mal mit Euch. Der Titel des Albums ist übrigens gleichzeitig das Konzept der Platte. "Floruit" bedeutet so viel wie "eine Periode des Blühens (einer Person oder Bewegung). "Floruit" ist die dritte LP des Post-Metallers (das Instrumental-Ambient Album mal ausgenommen). Über das Album werdet Ihr hier schon bald noch mehr lesen. Jason bleibt seinen Wurzeln in Doomgaze, Blackgaze, Post-Metal, Post-Hardcore, Hardcore, Progressive und Post-Rock damit treu und beschreitet dennoch musikalisch neue Wege. Wenn Ihr Breaths noch nicht kennt: als Fans von Bands wie SOM, Holy Fawn, Alcest, Monolord, Hum, Pallbearer, Junius, The Ocean, Cult of Luna, Mastodon, Spotlights, Defones, Grivo und Lantlos solltet Ihr Euch mit der Musik des Projekts sehr wohlfühlen. Die Platte erscheint auf Trepanation Recordings.

    Shy, Low – "Instinctual Estrangement" (Vorauskopplung vom der EP "Babylonica")

    Auf Pelagic Records erscheint am 26. Mai die neue EP von Shy, Low. Nachdem die Szene das sechste Studioalbum "Snake Behind The Sun" mit großem Applaus aufgenommen hatte, war es an der Zeit für neue Musik. Auch mit "Instinctual Estrangement" ist es der Band aus Richmond, VA wieder gelungen, starke Akzente zu setzen. Ihre Songs leben von der starken Dynamik und magischen Energie. Die vier scheinen ein sprudelnder Quell der Kreativität zu sein. Zugleich sind Werke wie "Instinctual Estrangement" keinesfalls zu spontan oder überbordend, sondern wohl komponiert, strukturiert und hochmusikalisch. Freut Euch auf die EP und taucht mit "Instinctual Estrangement" schon mal ein in diese Welt. Und: checkt die Tourdaten! Shy, Low spielen gerade live auch in unseren Gefilden!

    Shy Low jetzt im Interview hautnah kennenlernen.

    JeGong – "Come to the Center" (Vorauskopplung vom Album "The Complex Inbetween")

    JeGong – das ist experimentelle elektronische Musik mit Elementen aus Krautrock und Industrial. Mit ihren neuen Songs setzen sie ihre Suche nach dem musikalischen Urknall fort und kommen ihm sehr nah. Das Album "The Complex Inbetween" ist für den 23. Juni geplant, die Vorauskopplungen "Come to the Center" und "KurkOM" könnt Ihr jetzt schon hören. Falls Ihr Euch fragt, wer da hinter den Instrumenten steht/sitzt: Das sind Dahm Majuri Cipolla (Mono, Watter) und Reto Mäder (Sum Of R, Ural Umbo).

    ISON - "Luminescent Reverie" vom Album "Stars & Embers"

    Den Abschluss macht diesen Monat ein Juwel aus Matzes Sammlung:

    "Fuzzrocker Daniel Änghede kennen wir von Crippled Black Phoenix und Venus Principle. Zusammen mit der irischen Sängerin Lisa Cuthbert bildet er das Projekt ISON, das schon einige hörenswerte Veröffentlichungen hatte. Nun ist das neue Album 'Stars & Embers' erschienen. Wer auf Dark Rock im Stil von Chelsea Wolf oder AA Williams steht, ist bei ISON bestens aufgehoben."

    spotify
    itunes

    Die Mai-Playlist auf YouTube

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