Vegan shoppen im Avocadostore
So findet ihr vegane Modemarken

Wenn ihr schon gezielt nach veganen Modemarken gesucht habt, kennt ihr die Schwierigkeit dabei. Längst nicht alles, was nachhaltig aussieht, ist auch tier(leid)frei und die entscheidenden Informationen verstecken sich oft im Kleingedruckten. Der Avocadostore geht das bewusst anders an. Der nachhaltige Marktplatz für Mode & Co. hat sich zwar mit einem ironischen Augenzwinkern ausgerechnet nach einer Frucht mit einer besonders miesen Klimabilanz benannt, möchte diese für sich und seine Kundschaft jedoch möglichst positiv halten. Heute zeige ich euch mal, wie das funktioniert.
Geschäftsführerin Mimi Sewalski bringt es selbst ziemlich gut auf den Punkt:
"Wir verkaufen alles außer Avocados, Hauptsache nachhaltig."
Für mich ist vor allem ein zentraler Punkt spannend: Auf der Shopping-Plattform kann ich vegane Produkte und vegane Modemarken so einfach herausfiltern wie kaum woanders im deutschsprachigen Handel. Also schauen wir uns mal an, worauf ihr dabei achten solltet und was den Shop im Detail ausmacht.
Hier können nachhaltige und vegane Marken ihre Produkte ins virtuelle Schaufenster stellen

Dem Avocadostore liegt ein sehr durchdachtes Prinzip zugrunde. Es handelt sich nicht um einen einzelnen Shop, sondern um einen kuratierten Marktplatz, auf dem nachhaltige und vegane Marken ihre Produkte anbieten können. Sie stellen sie im Avocadostore ins virtuelle Schaufenster und ihr könnt euch anhand der Fotos und Produktbeschreibungen darüber informieren und nach Herzenslust einkaufen. Mit einem möglichst guten Gewissen. Viele Marken, Manufakturen und Händler*innen verkaufen dort unter einem Dach, aber anders als bei den ganz großen Plattformen darf hier nicht einfach alles rein. Jedes Produkt muss mindestens eines von zehn Nachhaltigkeitskriterien erfüllen, bevor es gelistet wird:
- ressourcenschonend hergestellt
- schadstoffreduziert produziert
- aus Bio-Rohstoffen
- fair und sozial
- nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip
- recycelt oder recycelbar
- vegan
- Made in Germany
- CO2-sparend
- besonders langlebig
Für mich ist das Kriterium "vegan" natürlich erst mal der entscheidende Punkt und der Avocadostore ist im Hinblick darauf erfreulich streng. Vegan heißt hier nicht nur, dass keine tierischen Inhaltsstoffe enthalten sind, sondern auch, dass entlang der gesamten Wertschöpfungskette keine tierischen Materialien verwendet und keine Tierversuche gemacht werden. Verzichtet wird also auf Leder, Wolle, Seide, Pelz, Daunen und so weiter. So können sich keine versteckten Stoffe wie Bienenwachs oder Lanolin, die gerne in Cremes oder im Kleber von Taschen und Schuhen versteckt sind, in euren Warenkorb mogeln.
Kommen wir zum praktischen Teil, auf den es beim Shoppen wirklich ankommt. Ihr könnt das komplette Avocadostore Sortiment nach dem Label "vegan" filtern. Das erspart euch das Durchwühlen von Produkttexten und die mühseligen Anfragen bei den Labels und Brands. Mein Tipp: Behaltet dabei dennoch zwei Dinge immer im Hinterkopf. Erstens ist der Avocadostore ein nachhaltiger, aber kein rein veganer Marktplatz. Ein Produkt kann also eines der zehn Kriterien erfüllen, ohne tierfrei zu sein. Zweitens sind längst nicht alle Labels durchgängig vegan, sondern führen oft nur einzelne vegane Produkte. Der Filter und das Vegan-Etikett am jeweiligen Produkt sind daher eure verlässlichsten Tools beim Shoppen. Wenn ihr ein Produkt entdeckt habt, das vegan ist, bedeutet das nicht, dass es das komplette Sortiment der jeweiligen Marke auch ist. Bei diesem speziellen Produkt eurer Wahl könnt Ihr euch jedoch darauf verlassen.
Vegane Modemarken im Avocadostore
Wenn ihr euch das Filtern und Etiketten-Studium sparen wollt, lohnt sich im Avocadostore auch der Blick auf die Labels, die von vornherein zu hundert Prozent vegan arbeiten. Bei diesen Marken müsst ihr nicht Stück für Stück prüfen, ob doch irgendwo Wolle, Seide oder Leder mitverarbeitet wurde, denn tierfrei ist hier nicht die Ausnahme, sondern das ganze Konzept. Diese komplett veganen Marken lohnen sich:
- Smateria: Die Taschen und Accessoires von Smateria sind komplett vegan und cruelty-free. PETA hat sie als vegan und tierversuchsfrei zertifiziert. Das Label verwendet für seine Produkte tierfreie Materialien wie Nylon, recycelten Kunststoff und rPET. Ziel der Marke ist es, die perfekte Tasche zu liefern, mit der Menschen ihre kreative Seite zeigen können. Das Frauenunternehmen möchte unternehmerische Sozialverantwortung übernehmen und bietet seinen Mitarbeiter*innen neben fairen Arbeitsbedingungen regelmäßige Trainings und flexible Möglichkeiten. Die Produkte der Brand werden zu 100 Prozent in Kambodscha hergestellt. Aus nochwertigen und robusten Materialien, von denen einige ein zweites Leben als Tasche erhalten. Smateria im Avocadostore.
- NAE Vegan Shoes: Das Kürzel NAI steht für "No Animal Exploitation" und der Name ist Programm: Die portugiesische Marke produziert komplett tierfrei und arbeitet mit Materialien wie Kork, Ananasblattfaser (Piñatex) und recyceltem PET. Von minimalistischen Sneakern bis zu Combat-Boots ist das Sortiment erstaunlich breit. NAE Vegan Shoes im Avocadostore.
- bleed: Das oberfränkische Familienunternehmen macht seit 2008 vegane Mode für Alltag und Sport, bei der nach eigenem Anspruch weder Mensch noch Tier noch Umwelt bluten muss. bleed steht für faire Lieferketten, regionale Verbundenheit und bewusst langsames Wachstum ohne Investoren. bleed im Avocadostore.
- Ethletic: Die Sneaker von Ethletic verbinden zwei Dinge, die selten zusammenkommen: konsequent vegane Produktion und Fairtrade-zertifizierten Naturkautschuk. Wer klassische Canvas-Sneaker mag, bekommt hier die tierfreie und faire Variante. Ethlethic im Avocadostore.
- Will's Vegan Store: Das britische Label ist von Grund auf vegan und bietet Schuhe und Accessoires aus zertifiziert tierfreien Materialien. Der Fokus liegt auf klassischen, alltagstauglichen Designs, die man den veganen Materialien nicht ansieht. Will's Vegan Shop im Avocadostore.
- corkor: corkor hat sich auf Taschen und Portemonnaies aus Kork spezialisiert, einem von Natur aus tierfreien und nachwachsenden Material. Kork lässt sich gewinnen, ohne den Baum zu fällen, was die Produkte gleich doppelt ressourcenschonend macht. corkor im Avocadostore.
Jetzt vegane Modemarken im Avocadostore shoppen.
Ein grüner Marktplatz gegen das Label-Sterben
Die Avocadostore Geschichte ist übrigens ziemlich sympathisch. Es fing alles Anfang 2010 in Hamburg an. Die Gründer Philipp Gloeckler und Stephan Uhrenbacher, letzterer bekannt als Erfinder der Bewertungsplattform Qype, hatten etwas beobachtet, das wir alle aus den unterschiedlichsten Städten kennen. Überall gab es kleine Labels, die in winzigen Läden ihre selbst entwickelten und hergestellten Stücke verkauften. Viel zu oft mussten genau diese Läden leider viel zu schnell wieder dichtmachen, weil der Umsatz nicht reichte. Die Idee war, all diesen kleinen, nachhaltigen Marken eine gemeinsame Bühne zu geben, auf der sie sichtbar werden und ohne großes Risiko online verkaufen können.
2011 kam Mimi Sewalski dazu, zwei Jahre später übernahm sie die Geschäftsführung. Sie hatte zuvor Soziologie und Kriminologie studiert, was erst mal so gar nicht nach E-Commerce klingt, sich aber schnell als überraschend passend erwies. Eine Erkenntnis aus den Anfangsjahren prägt den Shop bis heute. Das Interesse an einem Produkt steigt, sobald man die Geschichte dahinter erzählt. Wo es herkommt und wie es gemacht wurde, zählt viel mehr als irgendein aufgeklebtes Öko-Label.
Genau dieser Gedanke steckt bis heute in jeder Produktbeschreibung, die offenlegt, welche Avocadostore Plattform-Kriterien erfüllt sind und warum.
Darum nicht einfach der nächstbeste Onlineshop
Inzwischen haben auch viele der großen Plattformen irgendeine Art von "grüner" Kategorie. Der Avocadostore fühlt sich dennoch nach wie vor anders an:
- Vorauswahl statt Wühltisch: Produkte müssen die strengen Kriterien des Stores erfüllen, bevor sie online gehen können. Bei offenen Marktplätzen steht die nachhaltige Alternative direkt neben dem Wegwerfartikel, und das Aussortieren bleibt an euch hängen.
- Transparenz am Produkt: Ihr seht zu jedem Artikel, welches Kriterium erfüllt ist und warum, statt euch mit einem vagen "umweltbewusst" abspeisen zu lassen.
- Bühne für die Kleinen: Neben bekannten Namen bekommen hier auch junge Labels und kleine Manufakturen Reichweite, die gegen die großen Ketten sonst kaum ankommen. Damit ist der Shop bis heute dem treu geblieben, wofür er 2010 gegründet wurde.
- Ehrliche Töne: Ein Marktplatz, der öffentlich über den eigenen Namen schmunzelt und Nachhaltigkeit als Abwägung statt als Heilsversprechen behandelt, betreibt zumindest kein plumpes Greenwashing.
Fazit: Für vegane Mode lohnt sich der Blick in den Avocadostore immer
Wenn ihr vegane Modemarken sucht, findet ihr im Avocadostore einen der wenigen Orte im deutschsprachigen Raum, an dem tierfreier Konsum nicht die mühsame Ausnahme, sondern von vornherein eingebaut ist. Was 2010 als kleine Bühne für Labels begann, die sonst untergegangen wären, ist heute eine der etabliertesten Adressen fürs nachhaltige Shoppen, ohne den Bezug zu genau diesen kleinen Marken verloren zu haben. Mich persönlich überzeugt vor allem der klare, streng gefasste Vegan-Filter, der tierfreie Produkte aus einem riesigen Sortiment herausfischt und sichtbar macht, was sonst im Kleingedruckten verschwindet. Eins sollte einem natürlich immer klar sein: Den perfekten, nachhaltigen Einkauf gibt es nicht. Ein Ort, an dem vegane Mode die Regel statt die Ausnahme ist, kommt jedoch ziemlich nah ran.
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